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Der GfK-Indikator, welcher Konsumneigungen von Privathaushalten in Deutschland bemisst, sank im Juli um 12,2 Punkte und damit auf ein Minus von 45,7 Punkte. Deutsche Verbraucher:innen versp√ľren jetzt ein gro√ües Risiko und damit die Gefahr, das Abrutschen der deutschen Wirtschaft in einer Rezession. Und genau diese Angst spiegelt sich in ihrem Kaufverhalten wider. Hinzu kommt eine Verschiebung von bestimmten Konsumg√ľtern.¬†

Wie wirkt sich die aktuelle gesellschaftliche Lage auf die Verbraucherstimmung von Konsument:innen aus? Welche Konsequenzen ergeben sich hieraus f√ľr den E-Commerce? Und was m√ľssen E-Commerce H√§ndler gerade jetzt besonders beachten? Wir m√∂chten euch hier Antworten auf diese Fragen liefern. Damit ihr, egal ob E-Commerce, H√§ndler:innen oder Verbraucher:innen, eine Einsch√§tzung zur aktuellen Lage bekommt und die Chance nicht verpasst, rechtzeitig angemessen reagieren zu k√∂nnen.

Grafik mit 3 Statistiken

Die politische und gesellschaftliche Ausgangslage

Aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen dr√ľcken die Verbraucherstimmung erheblich in ein Tief. Allgemein ist gerade immer mehr und mehr ein Konsumklima zu verzeichnen, in dem deutsche B√ľrger:innen sich stark um ihre Zukunft sorgen und weniger kaufen wollen. Noch vor einem Jahr im September verzeichnete das Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland einen starken Anstieg. Dann in diesem August wurde ein Allzeittief des Indexes vermessen und nun f√§llt er weiter und weiter. Doch woher kommt das?

Konsumbarometer Statistik geht nach unten

Quelle: Konsumbarometer, HDE (2022)

Hierf√ľr sind vor allem unterbrochene Lieferketten, der Ukraine-Krieg und eine steigende Inflation verantwortlich. Die derzeitige Inflationsrate betr√§gt aktuell rund 7,9¬† % im September 2022, w√§hrend sie im Februar 2022 noch bei 5,1 und im September 2021 bei 4,1 lag. Hinzu kommt eine aktuelle Schw√§che des Euro gegen√ľber dem amerikanischen Dollar und hohe Preise bei Importen. Auch die steigenden Lebenshaltungskosten machen vielen Deutschen zu schaffen. Hierbei sind es √ľberwiegend die stark steigenden Preise f√ľr Energie und Nahrungsmittel, die weiter gro√üe Sorgen bereiten. In einer Studie von Kanter nannten 83% der Befragten auf die Frage, was sie gerade √§ngstigt, spontan den Krieg in der Ukraine. Weitere 44% benannten die aktuelle wirtschaftliche Lage mit den steigenden Lebenshaltungskosten als gr√∂√üte Sorge.¬†

Gas kostet pl√∂tzlich das Dreifache, Strom ungef√§hr 20% mehr, der Wocheneinkauf kostet mindestens 20%-30% mehr und auch der Diesel kostet um die 60% mehr als noch vor ein paar Monaten. Auf die durchschnittlichen deutschen Verbraucher:innen rollen gerade extreme Preiserh√∂hungen zu. In einer Studie gaben 17% der Befragten an, dass sie aktuell mit finanziellen Problemen zu k√§mpfen h√§tten. Und 61% meinten, ihre Ausgaben f√ľr nicht lebensnotwendige Dinge reduziert zu haben.¬†

Nach diesen Umfragewerten wundert es niemanden mehr, warum die Bereitschaft f√ľr Investitionen und gr√∂√üere Eink√§ufe nachl√§sst. Schlie√ülich zeigt auch hier das Barometer einen Verlust von 0,8 Punkten und damit einen Abstieg auf minus 14,5 Z√§hler. Ein noch geringerer Wert wurde zuletzt im Oktober 2008 zu Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise gemessen.

Anschaffung- und Sparneigung Statistik gehen weit auseinander

Quelle: Anschaffungs- und Sparneigung, HDE (2022)

Die aktuelle Ausgabe des EZB-Wirtschaftsberichts kann uns allen allerdings auch wieder ein bisschen Zuversicht f√ľr die Zukunft geben. Auch wenn die aktuelle gesellschaftliche Lage und Verbraucherstimmung Tiefpunkte und tr√ľbe Stimmungen vermitteln, k√∂nnen wir ein Licht am Horizont erkennen. Denn auch wenn der aktuelle Krieg den Handel beeintr√§chtigt, zu Materialengp√§ssen und hohen Energie- und Rohstoffpreisen f√ľhrt, sind die Voraussetzungen f√ľr ein erneutes Wirtschaftswachstum gegeben. Ein wieder hochfahren der Wirtschaft, eine gute Arbeitsmarktlage, finanzpolitische Unterst√ľtzung und durch die Pandemie aufgebaute Ersparnisse bieten hier Zuversicht. Den, von Fachleuten des Eurosystems erstellten Projektionen zufolge, wird die j√§hrliche Inflationsrate in diesem Jahr zwar bei 6,8 % liegen, aber schon in den kommenden Jahren 2023 und 2024 wieder auf 3,5 % bzw. 2,1 % zur√ľckgehen.

Kauf-und Verhaltensänderungen im E-Commerce

Der vorherige Abschnitt sollte euch einen kleinen Einblick in die aktuelle gesellschaftliche Situation geben und damit die Ausgangslage der durchschnittlichen deutschen Verbraucher:innen darlegen. Wie sich diese neue Situation und das Handeln der Konsumenten aber nun auf den E-Commerce konkret auswirkt und was genau das f√ľr E-Commerce H√§ndler bedeutet, erfahrt ihr im folgenden Abschnitt.

Leserkommentar zur Kauflust

Ein Konsum umdenken von deutschen Verbraucher:innen

Wie wir bereits demonstriert haben, erkennen wir gerade eine erhebliche Abnahme der allgemeinen Konsumbereitschaft in Deutschland. Aber nicht √ľberall wird gleich gespart und zur√ľckgehalten.¬† Deutsche Verbraucher:innen sparen laut einer Studie von Salesforce √ľberwiegend beim Einkauf von Nahrungs- und Genussmitteln. Jedoch ist nicht auszuschlie√üen, dass auch weitere Branchen von einer Kostenverschiebung bald betroffen sein k√∂nnten. Die Studie ergab, dass rund 42 Prozent der Befragten aktuell auf generelle K√§ufe verzichten w√ľrden. Weitere 38 Prozent w√ľrden sich f√ľr den Kauf von Alternativen wie beispielsweise kosteng√ľnstigere Produkte entscheiden. Hier w√§chst die Chance f√ľr Eigenmarken, da diese h√§ufig im Verh√§ltnis g√ľnstiger ausfallen und angeboten werden k√∂nnen.

Auch der Konsum von verschiedenen Produkten f√§llt nun ganz unterschiedlich aus. Die sogenannten ‚ÄėFast Moving Consumer Goods‚Äô (FMCG) werden wieder wie zu Anfang der Pandemie gehamstert und in gr√∂√üeren Mengen gekauft. Gleichzeitig verzichten Verbraucher:innen aktuell auf gr√∂√üere Investitionen und geplante Anschaffungen wie Automobilen und Fahrr√§der oder schieben diese zumindest kurzweilig auf.¬†

Zu einem weiteren Verbrauchertrend im Hinblick auf die Produktauswahl gehört das Upcycling und Recycling. Die Zukunft des Verbrauchs zeigt ganz klar eine Konsumgesellschaft, die auf Wegwerfprodukte verzichten möchte. Wie wir sehen, nimmt die Kaufkraft von Verbraucher:innen gerade stark ab und wird auch die kommenden Monate bzw. Jahre beeinflussen. Unternehmen sollten ihre Produktauswahl genau bedenken und genau die Produkte anbieten, die Konsumenten wirklich brauchen bzw. möchten. Wer sich langfristig seine Zukunft sichern möchte, sollte auf den Zug aufspringen. Auch die Verarbeitung an recycelten Materialien in den Produkten selbst wird von Konsument:innen positiv aufgenommen und regt zum Kaufen an. 

Genau das sind Fragen, mit denen sich Marketer und E-Commerce H√§ndler nun besch√§ftigen sollten. Wieso kaufen eigentlich Konsument:innen genau dieses Produkt? Wie hebt es sich von Konkurrenzprodukten und eventuellen g√ľnstigeren Alternativen ab? Welche Verwendung bzw. Bedeutung hat das Produkt f√ľr Verbraucher:innen?

Was nun? Was E-Commerce Händler jetzt tun können

Anhand dieser Meinungsumfragen und Verbrauchertrends wundert es einen nicht, wieso wir zum ersten Mal seit langer Zeit einen Einbruch im E-Commerce beobachten k√∂nnen. Im europ√§ischen Raum sind die Online-Verk√§ufe mit rund - 13% in diesem Quartal deutlich geschrumpft. Auch das Bestellvolumen hat mit einem Verlust von - 17% deutlich abgenommen. Wobei der Handelsverband HDE noch optimistisch bleibt. Zwar senkt dieser Anfang Mai die Prognose f√ľr den Onlinehandel, prognostiziert jedoch immer noch ein Umsatzplus von 12,4 Prozent in diesem Jahr.

Die aktuelle Ausgangslage macht es nat√ľrlich E-Commerce H√§ndlern sehr schwer, potentielle Interessent:innen zu neuen K√§ufer:innen zu konvertieren. Hier bleibt es also besonders wichtig, um Konversionsraten zu steigern, m√ľssen E-Commerce Shop und station√§rer Handel auf die Erwartungen der Kund:innen ausgerichtet werden. Nat√ľrlich sind hier ein gut designter E-Shop und eine breite, aber eben auch angepasste Produktauswahl von gro√üer Bedeutung. Genau jetzt z√§hlt sich vor allem ein strategisch durchdachtes E-Commerce Shopping Konzept aus. Das Einkaufserlebnis f√ľr Konsument:innen wird zum A und O. Neue Innovationen und¬† hilfreiche Tools wie beispielsweise eine Guided Selling L√∂sung k√∂nnen helfen, die Konversionsrate des E-Commerce Shops zu erh√∂hen. Solche neuen L√∂sungsans√§tze sollten aktuell mehr denn je in Betracht gezogen werden, um Bestandskund:innen nicht nur langfristig gl√ľcklich zu stellen, sondern auch neue Kund:innen zu konvertieren.

Außerdem können Guided Selling Lösungen hier helfen, euren Online Shop auf Verbraucher:innen abzustimmen. Zeigt euren Kund:innen genau die auf ihr Kundenprofil abgestimmten Produkte, welche sie auch wirklich möchten und vor allem brauchen! Bei einer Abnahme der allgemeinen Kaufkraft und der Verbraucher Situation, wie wir sie gerade verzeichnen, bekommt diese Verkaufsstrategie eine ganz neue Bedeutung und ermöglicht neue Handlungsstrategien gegen die aktuell schwierige Situation im E-Commerce.

Statistik zum E-Commerce Wachstum

Quelle: Digital Commerce Growth, Salesforce (2022)

Fazit

 

Deutschland, aber vermutlich auch der Rest der Welt verzeichnet gerade einen Umbruch im Konsum- und Verbraucherverhalten. Eine heikle politische Ausgangslage sowie Kriege und Krisen machen sich gerade besonders bemerkbar in unserer Gesellschaft. Hinzu wird der Anstieg der derzeitigen Inflationsrate auf rund 7,9% bemessen. Preise, die wir vor √ľber einem Jahr √ľberhaupt nicht auf uns zukommen gesehen haben. √úberall hei√üt es: Das Leben wird bald teuer in Deutschland. Als Resultat sind deutsche Verbraucher:innen stark verunsichert. Es wird gespart an allen Ecken und unn√∂tiger Konsum wird doppelt √ľberdacht. Davon bleibt nat√ľrlich auch der E-Commerce nicht unber√ľhrt. Ums√§tze und Zahlen sinken seit langer Zeit erstmals wieder auch im E-Commerce.¬†

Jetzt hei√üt es vor allem, E-Commerce Unternehmen m√ľssen auf ihre Verbraucher:innen zugehen und reagieren. K√∂nnen Rabatte oder Verg√ľnstigungen angeboten werden? Worauf legen aktuelle Verbraucher:innen gerade jetzt besonders wert? Wo liegen gerade die Trends, die wir unbedingt beachten m√ľssen, um unsere Kunden zufriedenzustellen?¬†

Wer gerade nicht ganz genau hinschaut oder auf die Bed√ľrfnisse seiner Kund:innen eingeht, wird die Konsequenzen der aktuellen Situation besonders zu sp√ľren bekommen. Aber gleichzeitig gibt es nat√ľrlich auch M√∂glichkeiten und Ressourcen, mit der aktuellen Konsumsituation umzugehen. Den eigenen E-Commerce Shop neu zu gestalten und technische Hilfsmittel einzuf√ľhren, sind gerade jetzt gefragter als je zuvor. Denn diese helfen dabei, auf Kundenbed√ľrfnisse optimal einzugehen und der Abnahme des Konsumverbrauchs entgegenzuwirken.

 

Quellen

 

EZB. (2022). Wirtschaftsbericht.  Ausgabe 4. Aufgerufen am 06.09.2022. https://www.bundesbank.de/resource/blob/893166/37c6fbcd890e6dc32ec6ab7a47587c37/mL/2022-04-ezb-wb-data.pdf

Franziska John. (2022). Konsumzur√ľckhaltung macht sich im Handel deutlich bemerkbar. Aufgerufen am 06.09.2022. https://www.salesforce.com/de/blog/2022/05/konsumzurueckhaltung-handel.html

 HDE. (2022). Konsumbarometer, Kurzbericht.Aufgerufen am 07.09.2022.

https://einzelhandel.de/index.php?option=com_attachments&task=download&id=10680

 Meta.Tagesschau. (2022). Kommentare, Verbraucherstimmung auf historischem Tief. Aufgerufen am 07.09.2022. 

https://meta.tagesschau.de/id/166846/verbraucherstimmung-auf-historischem-tief

Pierre Nicolas Schwab. (2022). Wird verantwortungsbewusster Konsum der Inflation widerstehen? Aufgerufen am 06.09.2022.

https://www.intotheminds.com/blog/de/verantwortungsbewusster-konsum-inflation/

Sebastian Halm. (2022). Krise und Inflation: Nutzer setzen auf E-Commerce. Aufgerufen am 06.09.2022. https://www.onetoone.de/artikel/db/441659sh.html

Sebastian Plantholt. (2022). Aktuelle Entwicklungen dr√ľcken Verbraucherstimmung so sehr wie nie zuvor. Aufgerufen am 06.09.2022.¬†

https://www.welt.de/wirtschaft/article240141309/Rekordtief-Konsumklima-so-schlecht-wie-nie-Sorge-um-den-eigenen-Lohn.html

Statistisches Bundesamt (Destatis). (2022). Verbraucherpreisindex Preismonitor. Aufgerufen am 06.09.2022.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Preismonitor/Preismonitor.html#246992

 

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